Startseite
  Über...
  Archiv
  Namibia-Links
  Beweisfotos
  Gästebuch
  Kontakt
 


http://myblog.de/jewelsangel

Gratis bloggen bei
myblog.de





Everything turns to the good in the end

Das wars. Das war Namibia, das war mein Blog. Ab jetzt geht´s wie gewohnt musikalisch weiter auf www.jewelsangel.de.vu
28.10.06 21:54


This side up, handle with care

Ich bin wieder da. Was eine Reise! 20 Stunden unterwegs - es war die Hölle. Im 11 Stunden Flieger, ein Kleinkind hintermir, ein Disco-Musik-Liebhaber neben mir und so wenig beinfreiheit, dass ich furchtbar zappelig geworden bin. Bin froh, dass es vorüber ist. Nur das Bild über den Wolken früh morgens zwischen Frankfurt und Hannover hat mich entschädigt. Um mich herum nur wichtige Business-Männer, die sich in das Handelsblatt vertiefen. Ich denke nur "Verdammt, schaut mal raus!". Eine Wolkendecke, die von der aufgehenden Sonne bestrahlt wird und aussieht als sei man in den verschneiten Bergen. Tränen sind mir die Wangen runtergekullert. Dazu hat Musik gehört. Doch es hieß "please switch off all electronic devices", also hab ich das Kabel unter dem Pulli versteckt, nur einen Stöpsel ins Ohr gesteckt und heimlich Switchfoots "Only Hope" gehört. Noch mehr kullernde Tränen.
Doch das eigentliche Drama spielt sich heute ab: Denn seit über 24Stunden ist mein Koffer verschwunden. Und keiner weiß wo er ist. Sie versuchen mich zu beruhigen, aber ich schieb Panik mit Heulkrampf heute morgen. Da ist mein Leben drin, meine ganze Garderobe, meine Musik, meine Andenke, unsersetzbare Dinge. Ich versuche positiv zu sein, schließlich bin ich ein Glückskind. Mir passiert sowas einfach nicht. Der kommt schon. Daumen drücken bitte.
17.10.06 16:06


There´s a song that´s inside of my soul

Letzter Arbeitstag heute. Ein letztes Mal Teaser schreiben, Texte kürzen und BU´s richtig einrücken. Schon seltsam. Werd hier gleich mal die Runde machen und mich von allen verabschieden. Wie schnell es dann doch ging!
Am meisten Spaß hat es mir hier dann gemacht, wenn ich schöne Geschichten hatte. Wie jetzt zum Abschluss. Durfte 5000 Zeichen über uns Praktikanten-Mob schreiben. Zeit um nostalgisch und auch etwas wehmütig zu werden und vor allem eine schöne Erinnerung.



Heute Abend ist Abschiedsessen im "La Marmite", danach tanzen und trinken im Funkylab. Und dann heisst es warten. Warten, dass der Flieger geht - denn in den nä zwei Tagen ist nicht mehr wirklich viel zu tun und viele Leute weg. Warten auf das Wiedersehen mit meinen lieben Menschen, warten darauf, wie es wird, wenn ich wieder da bin. Man denkt ja immer "uuh es ist bestimmt alles anders" - und das ist es ja nie. Also versuche ich nicht enttäuscht zu sein, sondern mich zu freuen wie es ist. Habe mir vorgenommen all das, was mich so gestört hat und was ein Grund war dieses Jahr schon zum zweiten Mal für längere Zeit auszubrechen, zu ändern. Bin voll Elan.
Das war also mein Abenteuer. Drei Monate Namibia. So abenteuerlich kam es mir dann doch nicht vor. Vieles wird so schnell normal. Aber ich glaube es hat mir gut getan. Besonders wenn ich dran denke was die Alternative gewesen wäre: Drei Monate Dorfjournalismus in Burgdorf, abends kellnern und nachts Hausarbeiten schreiben. Na danke. Dann doch lieber Etosha, Sossusvlei und crazy Taxifahrer :P.

Sonntag, 16 Uhr ist Abflug. Montag morgen lande ich in Hannover. Müde, aber glücklich wahrscheinlich.

Bussi

PS: Ach und an den anonymen Gästebuchschreiber: Wenn Du Arroganz daraus liest, dass ich ein Blog habe, in dem ich nur von mir erzähle - ja dann lies es halt nicht. Und ansonsten hast Du Recht, ich bin in gewissem Maße arrogant. Und das bewusst, gerne und mit einem Augenzwinckern. Aber nicht Arroganz mit Selbstsicherheit verwechseln. Und deinen Eintrag hab ich gelöscht, weils anonym ist. Dann hab wenigstens den Mut mir direkt zu schreiben. Weitere Diskussionen gerne unter jewelsangel@gmx.de
12.10.06 11:31


20.000 seconds since you left and I`m still counting

Wir Praktikanten haben einen neuen Freund gefunden. Unsern Taxifahrer Gawie. Er selbst nennt sich Indianer, ist Bure aus Südafrika und der einzige weiße Taxifahrer Windhoeks. Er fährt einen alten VW, dessen Frontscheibe zersplittert ist und der einen kaputten Starter hat - manchmal muss man dann auch mit anschieben. Gawie ist immer betrunken - aber genau dann fährt er auch am Besten und am sichersten. Er ist jetzt unser Exclusiv Fahrer, kennt schon unsere Namen und wir brauchen nur sagen "als nächstes holen wir Anna ab"und Gawie weiß Bescheid. Als ich das erste Mal (da war ich allein) mit ihm gefahren bin, wär ich fast wieder ausm Auto gesprungen. Ich dachte nur "oh Gott, wie voll ist der denn". Aber ehrlich gesagt fährt er besser uns sicherer als alle anderen. Gawie unser Held !

Sonst wars ein ruhiges Wochenende. Freitag in der Maerua Mall shoppen gewesen und für einige Stunden vergessen, dass ich in Afrika bin, so modern war es da. War beim Frisör und Haare sind leider etwas sehr kurz geraten, aber na ja. Man soll mir ja auch ansehen, dass ich 3 Monate weg war . Samstag war die Hanni im Fußballstadion: Namibia gegen Äthopien. Wir als einzige Weißen mit Namibia Fahnen wurden amüsiert angeguckt. Und ich hab mich auch amüsiert. Da ist jeder Bolzplatz in Burgdorf besser als der Rasen in dem Stadion. Und auch das ganze Spiel war recht chaotisch aber hey, Namibia hat gewonnen! Kleine Fankrawalle auf der linken Bühne mit Steine werfen und Tränengas. Aber wir saßen nur einige Reihen vom Präsidenten Sam Nujoma entfernt - also sicher.
Ja so plätschern die letzten Tage so vor sich hin und gestern hatte ich endlich auch mal Zeit und Muße zu Lesen. Also mein Tipp des Tages:
Jonathan Safran Foer "Extremely Loud and incredibly close". Was ein Buch! Habs gestern durchgelesen und hatte echt Tränen in den Augen. Was für eine Geschichte und was für tolle Figuren!
9.10.06 08:53


Home ist nunmal where your heart is

Nicht viel passiert seit dem grandiosen Wochenende - außer Kudu im Joes gegessen, in Katutura auf dem Soweto Market gewesen und dort ein "Katutura" T-Shirt gekauft.

Zehn Tage noch. Zweimal WAZOn, fünf richtige Arbeitstage.
Ich Listen-Fan, hab gestern im Bett mal darüber nachgedacht, worauf ich mich freue und was ich vermissen werde...

Ich freue mich auf:

...mich in Deutschland endlich wieder ohne Angst auch nachts fortbewegen zu können. (Besonders mit dem Fahrrad)
...meine eigenen vier Wände, die etwas sauberer sind als die Wohnung hier.
...meine Münster-Mädels und eine kräftige Dosis Östrogene.
...eine Woche chillen in Hannover und dort viele Leute wiedersehn.
...auf Latte Machiatto.
...meine Gitarre und dass ich endlich wieder laut singen kann ohne mich beobachtet fühlen zu müssen.
...auf die deutsche Gründlichkeit.
..auf H&M
...Gilmore Girls und die "Super Nanny"
...mal wieder intellektuelle Gespräche zu führen
...Ausschlafen!
...Jonas und meine schöne Küche
...in die Indie-Disko gehen mit den Mädels und zu den Shout Out Louds und den Killers zu tanzen anstatt zu Sunnyboy und Gazza
...die ganzen netten Namibia-Leute wiederzusehen und viele Besuche in Münster.
...ja liebe Isi, ich freu mich auch auf eure WG Party hehe
...meinen Kleiderschrank
...meinen Laptop und das Internet
...endlich wieder Sport machen zu können

Ich werde vermissen:
...die Sonne und ihren täglichen farbenprächtigen Untergang.
...diesen atemberaubenden Sternenhimmel.
...dass der Mond falsch am Himmel hängt .
...das tägliche Artikel schreiben.
...die Gelassenheit der Namibier.
...die Wochenendtrips
...das mir morgens auf der Terasse bunte Echsen über die Füße laufen.
...das "Hello Sister how are you"
...das tägliche Essen gehen in einheimische Restaurants
...ohne einen Alltag zu leben und sich über nichts Sorgen machen zu müssen.
...die goldigen Supermarktverkäuferin
...die Straßenmärkte und wie die Verkäufer dir hinterherrufen "I make you a Saturday prize"
...das Craft Centre, den Milchkaffee und das Müsli dort
5.10.06 08:49


On sleepless roads the sleeples go

"Giraffe rechts", schreit David. Vollbremsung. Gleich nachdem wir das Tor zum Etosha Nationalpark passieren, erspähen wir die ersten Tiere. Ein guter Start. Nach einige Stunden mit 60km/h unterwegs auf der Schotterpiste, halten wir dann auch nicht mehr bei jeder Giraffe an. Man gewöhnt sich dran, dass plötzlich ne Herde von 300 Zebras neben einem steht, Springböcke über die Straße springen und Giraffen etwas treudoof auf unseren kleinen Hyundai Getz herabblicken. Juan, Martina, David und ich 3 Tage in Etosha. Lustig ists gewesen jawoll.
Stilecht gezeltet im Restcamp Halali mit Braaiplace und siffigem, aber angenehm kühlenden Pool. Erstmal geschickt neben Daniel, Dirk und Alex das Camp aufgeschlagen - drei Medizinstudenten aus Mainz, die netterweise Holz für uns übrig hatten. Irgendwann dann eh nur noch zusammen gegrillt. Die drei sind nach nem Praktikum in Kapstadt einige Wochen in Namibia/Botswana und co unterwegs. Adventure holiday quasi. So viel Action war dann in Etosha nich zu finden, eher viele alte Leute mit Safari-Hüten, Riesen-Objektiven und Ferngläsern. Wir sieben Studenten also ab zum Wasserloch, Bier und Savannah in der einen, Mini-Digicam in der anderen. Plopp. Böse Blicke der Senioren, als wir das Bier aufmachen. Psss. Absolute Ruhe. Also stundenlang am Wasserloch sitzen und auf Tiere warten. Es hat sich aber gelohnt, Elefantenherde mit süßen Babys (Isi du hättest geweint vor Glück) und Nashörner. Ansonsten morgens das Auto der Jungs angeschoben, weil kaputt, tagsüber bei Bullenhitze durch den Park gedüst und auf Tierfotojagd gewesen. Ja also alles in allem ein tolles Wochenende und Grüße an die 3 Mediziner, besonders Daniel gell!
Nun Arbeits-Endspurt und ab in die Heimat!
1.10.06 18:10


My dear enemy

Juhu letzter Arbeitstag heute - morgen gehts mit David, Juan und Martina nach Etosha. Mein letzter Trip..ich freu mich schon.
Ansonsten mal wieder einige namibische Kuriositäten erlebt:

1. War Montag Abend mit Rosi (der 72jährigen von der Safari) und ihrer Freundin was essen. Und die Freundin war echt strange, erstmal ziemlich grummelig, aber auch was sie gesagt hat (sie lebt in Namibia). Wir unterhalten uns über Restaurants und ich sage, dass ich das afrikanische "La Marmite" sehr gerne mag. Sie (verzieht das Gesicht, schaut entsetzt): "Das wird doch von Schwarzen betrieben!" Ich (noch entsetzter): "Ja, na und?" Sie: "Also bei Schwarzen kann ich nicht essen. Die machen seltsame Sachen". Sagt sie und stopft sich noch eine Gabel Pommes in den Mund. Ich: "Na ja, jeder hat eine andere Kultur". Hab aber meinen Ärger runtergeschluckt und wollte nun keine Rassendiskussion anfangen. Aber oh mann...die Südwestler gehen mir langsam echt auf den Geist.

2. Tobias, David und ich wollen nach der Mittagspause aus der Stadt zurück zur Redaktion. Steigen in ein leeres Taxi im City Centre. Ein Bure steigt dazu. Taxifahrer: "Do you mind if we drop him first?". Nö kein Problem. Oder doch? Denn der Bure will ins Southern Industrial was mal am anderen Ende der Stadt liegt. Und wir die ganze Zeit mit. Auf CD läuft R.Kelly "I believe i can fly" - der Bure singt lauthals mit. David schaut betreten in seine neue Ausgabe des Spiegel, ich versuche nicht lauthals loszulassen. Nach 30 Minuten sind wir dann auch endlich an unserem Ziel - laufen wäre schneller gewesen. Und dann will der Taxifahrer auch noch doppelt so viel Geld. Wir weigern uns. Gut, dass er uns nich erstochen hat haha.

News der Woche: Morrissey kommt auf Deutschland Tour!!! Oh mann! Ich hab fast gezittert vor Aufregung, bin durchs Büro getanzt und gleich Felix kontaktiert. Karten sind gekauft! 18.12. Hamburg. Ich freue mich so sehr! Felix das wird ein Abend!!! "Bigmouth strikes again"!!!

PS: Für alle Hannoveraner: Gestern war im Lokalteil ein Artikel von mir aus Namibia. Über diese Hannoveranerin, die in Katutura ein Theaterstück gemacht hat.
28.2.05 17:13


Some devil

Es sind immer die Abende, mit denen man nicht rechnet, die sich dann als großartig entpuppen. Nach meinem letzten Eintrag hier, bin ich noch rüber zu Joes Beerhouse, um mit Rebecca ein Savannah zu trinken. David und Tobias sind auch noch mit. Ich mit Sonnenbrand auf dem Rücken und den Armen, Flip-Flops und dreckiges Shirt - schließlich wollte ich nur kurz nen Absacker trinken.
Wir wurden zu drei Kerlen an den Tisch verpflanzt, die mir erstmal auffielen, weil sie als Vorspeise je (!) zwei Teller Austern gegessen haben. Teure Angelegenheit. Wir uns also nen bissel unterhalten. Die drei kommen aus Neuseeland: Craig, Frasier und Nick. Alle so Mitte dreißig, sehr knuffig und *trommelwirbel* von einer Produktionsfirma. Die drei sind hier um bei den Himba "Ticket to the Tribes" zu drehen - also die Neuseelandausgabe von "Wie die Wilden". Jackpot! Schließlich ist das mein Thema seit vier Wochen hier bei der AZ. Wir uns also unterhalten, hab sie ausgequetscht über den Dreh und tja der Alkohol hat uns dann zu Freunden gemacht haha. Die haben für uns einen Shot nach dem anderen bestellt - auf Spesenrechnugn versteht sich. Viel gelacht haben wir über seltsame Shot-Namen, die alle etwas "naughty" waren und Nick hat aus seinem reichen Erfahrungsschaftz erzählt, dass deutsche Frauen die beste Unterwäsche tragen "always matching, incredible". Kellnerin Liesl und fleißig mit Nachschub versucht - sie hatte ganz schön Stress, forderte Frasier doch "Liesl, we need more Diesel!". Haha what a Spaß! Irgendwann Rebecca weg und ich mit den Kerlen alleine. Joes Beerhouse und Liesl (die fleissig mitgetrunken hat) haben uns dann rausgeworfen, wir rein in deren Luxus 4X4 und ich den Tourguide gespielt. Von Club zu Club gezogen - leider alle zu. Im NICE Glück gehabt und weiter getrunken bis auch die uns rausgeschmissen haben. Dann zu uns in die WG, weil ich noch 2 Flaschen Amarula da hatte. Gott war das ein lustiger Abend und ne Story hab ich auch gleich rausgekitzelt LOL. Jetzt sind sie erstmal 14 Tage bei den Himba, kommen dann zurück extra für einen Abend. Dann rufen sie mich an und ich zeig ihnen das El Cubano. Lange nicht mehr soviel Spaß gehabt. Und ach waren die goldig.
25.9.06 09:10


You can´t see her but you do ...

...music is transparent too

Ui war das ein schönes Wochenende! Habe jetzt beschlossen die letzten Tage/Wochen sehr zu genießen und noch alles mitzunehmen was geht.
Freitag also mittags schon aus der Redaktion abgehauen, erstmal shoppen gewesen und neuen Rekord aufgestellt. 30 Minuten. Ausbeute: Bolero-Jacke,Haarreifen, Armbänder, Kette, Handtasche und CD. Yeah. Danach Laune gleich um 100 Prozent gestiegen. Abends mit den ganzen Praktis im Warehouse nochmal bei Elemotho gewesen. Bin langsam Insider hier: Der Künstler selbst hat mich mit Handschlag begrüßt. Bin prominent haha. Oliver hatte Geburtstag und hat viele Runden ausgegeben. Die Mischung von Savanna, Amarula und Don Pedro hat große Kopfschmerzen bereitet am Samstag. Trotzdem morgens gleich mit Tobias Souvenirs kaufen gewesen und jaaaa..ihr kriegt alle was :P. Na ja, fast alle. Abends mit Svenja und Oskar von der Kaokoland-Safari Essen gewesen und auf dem Konzert von Luna. Ganz groß! Wie schade, dass die WIndhoeker so Kulturbanausen sind. Waren nur 15 Leute da. Aber die Frau war echt gut: Meine neue südafrikanische Tori Amos. Und wieder einen Cocktail zuviel gehabt die liebe Hanni LOL.
Heute Ausflug mit Mallika zur Düsterbrock Farm mit Leoparden Drive yeah. Und nur Englisch gesprochen heute. It´s getting better every day.

Ja so sieht das aus im Moment. Fühle mich langsam wie ein Windhoek-Insider, mache schon Stadtrundführungen, gebe Tipps und sag dem Taxi-Fahrer wo er lang fahren muss hehe. Feilsche auf dem Street Market wie Einheimische und kriege an den Eingängen den Eintrittspreis für Namibier. "Are you a namibian?", fragen die mich und ich antworte "Yes, I am". Und schon 50Prozent gespart. Auf der Straße wird mir von den Zeitungsverkäufern nich mehr die Allgemeine Zeitung angedreht, sondern "the Namibian" und gestern im El Cubano haben mich 8 Einheimische gegrüßt, die ich kannte. Zeit zu gehen.
24.9.06 19:05


Sleep to Dream

Manches hier ist einfach surreal. Ich war gestern in der Oper. Mozarts "Zauberflöte" auf Deutsch im Nationaltheater Namibia. David hat mich netterweise begleitet, wir uns also in Schale geworfen, Kulturgesicht aufgelegt und ab zur High Society. Aber die Oper war ein Witz. Wenn man es aus deutscher Perspektive betrachtet. Ich werde nie wieder über Inszenierungen an der Oper Hannover schimpfen. In Windhoek mutete die "Zauberflöte" eher wie ein Schultheater an - ok die Sänger waren teilweise wirklich ganz gut (aber auch aus Südafrika eingeflogen), aber die Inszenierung....gemalte Kulisse, gebastelte Kostüme und noch nichtmal ein Orchester. Nur ein Klavier, das die ganze Aufführung bestritten hat. Aber irgendwie war es goldig. Und noch ein Erlebnis mehr auf meiner Liste: "Fremde Kultur erleben".
21.9.06 08:54


Unerkannt flieg ich ans Ende der Stadt, ans Ende der Welt und über den Rand

Ich hab mein Seelenheil zurück. Nun gut, ich dramatisiere ja ganz gerne, aber hey...das hat mich die letzten Wochen echt geschafft: Nur 100 Songs auf meinem MP3 Player und das zwei Monate lang. Für einen Freak wie mich der Horror (wer hat Erbarmen und schenkt mir einen IPod????). Tja, mein lieber Mitbewohner David hat mir nun gestern seine Musiksammlung auf seinem Laptop gezeigt und ich bin gerettet! Songs, die ich schon seit Wochen vor mich hinsumme, aber nicht hören konnte. Bis jetzt! Dave Matthews Band, Broken Social Scene, Morrissey, Fiona Apple, Kings Of Convenience...so nun können die nächsten vier Wochen gefahrlos kommen.

Ansonsten arbeite ich seit meiner Safari-Rückkehr ohne Ende. Hab nämlich aus dem Kaokoland DIE Story mitgebracht. War in einem Himba-Dorf, wo sich ein paar Tage zuvor ein Himba Mädchen erhängt hatte. Selbstmord bei Naturvölkern kommt eigentlich so gut wie gar nicht vor. Und ich hab die Info als Einzige, weil ich eben gerade zufällig vor Ort war. Bin jetzt am Rumtelefonieren, recherchieren und schreiben. Endlich mal ne richtige Geschichte! Nächste Woche fahr ich wohl nach Etosha und ansonsten genieß ich zwar die Zeit, zähl aber auch langsam die Tage bis zur Rückkehr. Freue mich auf Hannover und auf Münster. Seufz. Und auf mein Fahrrad :P.
19.9.06 09:14


Come and relax now, put your troubles down

Ich bin wieder zurück und ich lebe noch. Gar nicht so selbstverständlich bei der Tour, die ich mitgemacht habe :P. Mein Standardspruch zu Dieter vor einer großen Schlucht war immer: "Dieter denk daran, ich hab Freunde, Familie und eine Zukunft!". Aber ist ja alles gut gegangen und ich hatte wirklich eine atemberaubende Woche. Safari im Kaokoland. Das liegt im NordWeste des Landes, fast zur Grenze zu Angola. Dort leben noch die Himba - eins der Urvölker Namibias. Jeden Tag waren wir an einem anderen Ort, sind mit dem Landrover über Stock und Stein gebrettert und haben unsere Zelte jeden Abend vor einer anderen großartigen Kulisse aufgebaut. Aus dem Fenster konnte ich während der Fahrt Giraffen, Oryx, Springböcke, Kudus und Zebras beobachten. In den Trockenflußbetten haben wir dann Spuren gelesen und waren auf Wüstenelefantenjagd! Wie nah wir dran waren an den riesen Viechern. Da wurds einem stellenweise doch schon mulmig...
Oft sind wir im Sand steckengeblieben und dann wurde kräftig angeschoben um den Wagen rauszubekommen. Abends lecker Verpflegung! Roulade, Rotkohl und Knödel mitten im Busch. Wie surreal. Und neben uns lodert das Buschfeuer. 6 Tage nicht duschen, kein fließend Wasser und den Busch als Toilette. Aber man gewöhnt sich an alles! Ach es war toll, nette Leute dabei und mit Svenja (auch 23) hab ich mich besodners gut verstanden. Ich konnte endlich mal abschalten und alles genießen. Nun sinds nur noch 4 WOchen bis zum Heimflug! Zwei freie Wochenenden nur noch........jetzt acker ich noch etwas und ach ich freu mich schon so auf Deutschland. Bussis.
16.9.06 13:38


Punch the clock, Head for Home, Check the phone just incase, go to bed, dream of you...

...that´s what I´m doing these days

Das ist wohl das letzte Mal, dass ich mich melden kann erstmal. Morgen früh gehts los ins Kaokoland: 8 Tage in der Wildnis ohne fließend Wasser, ohne Toilette und festes Dach über dem Kopf. Oh my God! Ich werd bestimmt wieder tierisch auffallen. Alle in tarnender Safari Kleidung, nur Hannah steht da mit rosa T-Shirt, Jeansrock und Fliegerbrille mitten in der Wüste. Aber egal, dann heb ich mich halt von den anderen ab! Was mich stresst ist, dass ich 8 Tage kein Internet habe und bestimmt auch kein Handyempfang buuh. Ich werd mich immer auf den höchsten Berg stellen und versuchen SMS zu schicken.
Ansonsten gestern arbeitsreichen Tag gehabt. War bei einer Musica-Probe und hab den bekanntesten namibischen Musiker interviewt: Jackson Kaujeua. Namibischer Freiheitskämpfer - sehr nett! Dann Geburtstags-Sundowner bei Irmi und abends zum Launch der Namibia Music Awards - sehr R`n`B und HipHop lastig. Ja was sonst so? Ich bin immernoch krank, wohl auch ein Grund dafür, warum ich momentan so nölig bin. Hab wieder den typischen Hannah-Husten und befürchte das das mal wieder zu einer Bronchitis ausartet. Bitte nicht! Buuh ich will endlich wieder gesund sein, rumspringen und singen können verdammt. Na ja, wird alles vorbeigehen. Erstmal viel frische Luft auf der Safari.
6.9.06 08:58


What time is it?

Namibia hat auf Sommerzeit umgestellt, was bedeutet, dass es nun keine Zeitverschiebung mehr nach Deutschland gibt. Hätte mir nur vielleicht einer sagen sollen...hab gestern den ganzen Tag eine Stunde hinterhergelebt. Aber irgendwie macht das hier auch nichts! Zeit ist eh egal und nur dann wichtig, wenn man einkaufen muss, aber die Geschäfte schon zu machen.
4.9.06 10:33


It just takes some time little girl you´re in the middle of the ride

Ich hab mich langsam wieder berappelt. Doch meine Laune ist immernoch neutral - ist einfach doof, dass alle Leute jetzt gefahren sind. Neue Mitbewohner, mit neuen Leuten anfreunden, hab da grad keine Lust zu.
Whatever, kanns ja nich ändern.
Am Freitag Abend wars aber nett...war im Warehouse im Konzert von Elemotho - einem namibischen Musiker, auf dessen House-Warming Party ich ja neulich schon war. Das Konzert war wirklich toll! Seine Musik erinnert mich ein wenig an Ben Harper, nur halt mit afrikanischem Touch, einer bezaubernden Querflöte, afrikanischen Themen. Ein Mix aus Englisch und Afrikaans. Irmi hat mir als Andenken das Album geschenkt und ich glaub, dass ich das auch zuhause noch viel hören werde.
Samstag dann den ganzen Tag mit Susanne verbracht, auch immer mit einem Touch Melancholie, weil die Liebe auch Mitte der Woche abreist. Waren erfolgreich shoppen und ich hab doch im Ernst Reiterstiefel aus Leder für 110 NamDollar gekauft. Oh mann, günstiger gehts nicht (sind 12 euro). Kurzes Shopping-Hochgefühl gehabt :P.
Dann mit Sanne den ganzen Abend aufm Bett geflezt und Gilmore Girls Marathon gemacht. Für ein paar Stunden hab ich ganz vergessen, dass ich am anderen Ende der Welt bin. Es war so wie zuhaus in Münster. Nur ists nicht. Wieder kurzer Anflug von Melancholie. In MS hätte ich den kurzen Weg auch laufen können - hier geht das nicht. Zumal da in der Gegend vor einigen Wochen eine junge Frau vergewaltigt wurde. Also brav ein Radio Taxi gerufen, der mich nach Hause gebracht hat. Dumm nur, dass der beim Anrufen meine Nummer sehen konnte. Denn jetzt habe ich einen Verehrer. Der hat gestern abend noch fünfmal angerufen und heut auch schon zweimal. Arg, der war ja echt ganz nett der Dennis, aber immer diese Aufdringlichkeit. Geh jetzt einfach nich mehr ans Telefon. So.
3.9.06 15:28


Lights will guide you home

Mmmhh...heute kleiner Tiefpunkt. Hab keine Lust mehr. Keine Lust mehr jeden Tag ins Büro zu gehen - ich will auch mal Ferien! Och mann. Ich fühl mich immernoch matschig, hab seit Tagen keinen Appetit (seeeehr ungewöhnlich) und heute ist auch noch Lenas letzter Tag. Irgendwie alles doof grad. Ich hab Heimweh und vermiss Euch *schnüff*. 3 Monate sind einfach echt verdammt lang. Ich brauch hier jetzt mal wieder nen Highlight, sonst halt ich das nich durch. Ich hoffe die Woche im Kaokoland wird toll.
31.8.06 11:14


If you were with me tonight, I`d sing to you just one more time

Lena hat das Wundermittel entdeckt: Corenza C. Irgendein südafrikanisches Zeug gegen Kranksein. Da müssen irgendwelche illegalen Drogen drin sein, denn plötzlich geht es mir wieder gut :P. Hab wieder etwas mehr Kraft und schreibe nun brav meine Texte für die WAZon am Freitag.
Tja, die Eva ist jetzt weg, Freitag fliegt Lena und nächste Woche die Susanne. Irgendwie traurig. Wir waren eine so lustige Truppe und die löst sich plötzlich auf. Aber wie Susanne heut morgen gesagt hat: "weine nicht weil es vorüber, lächle weil es war". hmm na gut :P.
Sonst hatte ich die letzten Tage viel Zeit zum Nachdenken und mir ist aufgefallen, wie sehr ich mich in den paar Wochen hier schon verändert hab. All das, was ich erhofft hab, ist eingetreten. Ich bin endlich ruhiger geworden. Es ist zwar manchmal vielleicht lustig anzuschauen, wie quirlig ich bin, aber für mich selbst ist das doch oft sehr anstrengend ehrlich gesagt. Ich gehe hier alles ruhiger an, rege mich nicht mehr so schnell auf und mache nicht mehr alles gleichzeitig. Auch dieses "toughe", was ich manchmal zu sehr ausstrahle, ist weniger geworden. Endlich. Hab mich schon manchmal selber vor mir gefürchtet wie abgebrüht und tough ich in bestimmten Situationen bin. Ich bin zwar immernoch selbstbewusst, aber ich glaub ich wirke weicher ach whatever. Rafft jetzt grad eh keiner glaub ich. Hab nur etwas wirre Gedankengänge im Moment.
30.8.06 14:27


I've got the sniffles I'd better drink my tea.Oh do you wanna catch a cold with me?

Buuh...eine Runde Mitleid bitte. Bin furchtbar krank! Warum ich trotzdem im Büro am Computer sitze? Weil krank sein langweilig ist, zumindest wenn man weder Fernseher noch Freunde hier hat jawoll. War aber gestern brav zuhaus, hab Pfefferminztee getrunken und geschlafen. Zumindest das Fieber ist jetzt weg. Wird schon.
Bin aber eh etwas melancholisch irgendwie...diese und nächste Woche fliegen fast alle meine Leute, die ich hier so gerne mochte wieder nach Hause. Ich kriege neue Mitbewohner. Aber ob das nochmal so lustig wird wie die letzten Wochen? Waren echt so super Leute hier und es ist so schade, dass sie jetzt gehn. Heute Abschiedsessen im afrikanischen Restaurant "La Marmite". Werd mich da trotz Krank sein hinschleppen. Bin einfach nicht der Typ für ohne Entertainment im Bett rumliegen.
29.8.06 15:54


I wonder if the sun has risen where you are

Es gibt Momente, die sind so schön, dass man sie für immer in sein Gedächtnis meißeln will. Dieses ganze Wochenende war so ein Moment. 6 Stunden Fahrt auf der Schotterpiste ohne eine Menschenseele unterwegs, ein Blick der einem den Atem raubt und dann die Zeit im Nacken. Schaffen wir es bis Sonnenuntergang zum Tor? Denn dann schließt der Campingplatz. Wir uns schon ausgemalt, dass wir in der Wildnis zelten müssen. Die Landschaft verfärbt sich rot, die Sonne geht unter, die Straße will nicht enden. Gegen die Zeit. Aber: Wir schaffen es. Die Kiesel auf der Schotterpiste spritzen noch so, aber wir haben es geschafft. Lena, Eva, Phillip, Susanne, Kate, Mallika, Greg, Jeremy und ich in Soussesvlei. Bei den größten Sanddünen der Welt.
Während der Hinfahrt habe ich die ganze Zeit einen Kopfhörer meines MP3 Players im Ohr gehabt. Und immer den gleichen Song. Das ist wie Gehirnwäsche, denn jetzt werde ich für immer die Fahrt nach Soussesvlei mit dem Song verbinden und den Song mit diesem Roadtrip.
Wir haben Braai gemacht, Marshmellows gegrillt und viel viel Wein und Savanna getrunken. Im Zelt, am Grill, auf dem Baum, der mitten zwischen unseren Zelten stand. Wenn mich jemand fragt: Was ist dein Lieblingsplatz auf dieser Welt? Dann ist es dieser Baum. Ich saß oben drin, lehne mich zurück, sehe die Sterne und alle paar Minuten Sternschnuppen. Ich werde nun für immer Glückskind sein. Mit Lena im Baum über die Schönheit des Landes philosophiert. Und ich war etwas melancholisch: Es ist so wunderbar dort und ich freue mich so sehr darüber, dass ich hier sein darf, aber bin gleichzeitig traurig, dass meine liebsten Menschen nicht dabei sind. Dass man zusammen dort steht, sich in den Arm nimmt und über das Leben freut.
Um 4.45 aufgestanden: Der Samstag beginnt mit dem Sonnenaufgang auf der Dune 45. Kann ein Tag besser starten? Weiter nach Deadvlei und Soussesvlei. Die 5km Sandpiste (tiefer Sand!) sind wir natürlich nicht touristisch mit dem Shuttle gefahren, sondern sind gelaufen. Ein kleiner Todesmarsch bei der Hitze in der Frühe. Aber es war es wert. 2 Stunden haben wir gebraucht, aber auch jeden Stock und Stein angeschaut. Deadvlei und Soussesvlei waren einfach atemberaubend.
Roadtrip II: Sonnenuntergang am Samstag. Wir mit den zwei Mietwagen auf der Straße Richtung Dünen. Wir parken, nehmen zwei Flaschen Rotwein raus, Radiohead und Muse an. Die Sonne geht unter, alles verfärbt sich rot. Und wir tanzen auf der Straße. Rennen, drehen uns im Kreis. Was soll man sonst machen, wenn etwas so schön ist?
Jetzt bin ich erschöpft, hab Muskelkater und leider auch Fieber. Phillip hatte die Grippe und hat Lena und mich angesteckt. Seit heute morgen. Beim Kopf brummt und ist heiß, meine Glieder tun weh, aber ich bin glücklich. Punkt.

PS: Fotos im Photobucket!
27.8.06 18:46


Its crazy, Im thinking, just knowing that the world is round. I`m here I`m dancing on the ground...

...am I right side up or upside down?

Heute bin ich einfach nur glücklich aufgewacht. Punkt.

PS:
Ich lege mir hier langsam den SüdWest-Stil an oh je...die deutschen SüdWestler haben so Spracheigenheiten..die sagen z.B. "Ist das?" statt "Ist es so" oder "Ich denk so" statt "der meinung bin ich auch". Auf Englisch sagt man dann nur "Is it?". Ich gestern bei Setzer Fillipus am Bildschirm ein paar Korrekturen im Layout gemacht. Er fragt mich irgendwas und ich ohne nachzudenken "Is it?". Oh mann, hab einen totalen Lachflash bekommen und er wusste gar nich warum hehe. Bitte gewöhnt mir das zuhause wieder ab!
23.8.06 10:09


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung